Universitätsmedizin Rostock
Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin

Universitätsmedizin Rostock, Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
Praxis für Laboratoriumsmedizin am MVZ der UMR Rostock


Bilirubin, direkt; Bilirubin, direkt

Klinische Chemie

Probengefäß/Monovette
Li-Heparin-Monovette

Probenmenge
bei Einzelanforderung 2,7 ml (jeweils), bei Mehrfachanforderungen ( > 10 Analyte) 7,5 ml

Spezielle Präanalytik
Stark lipämische oder stark hämolytische Proben, sowie monoklonale Gammopathien(v.a. IgM) können die Messung stören und zu unzuverlässigen Ergebnissen führen. Die Einnahme von Phenylbutazon führt zu falsch niedrigen Werten, Proben mit Indocyanin dürfen nicht gemessen werden. Probe vor Lichteinstrahlung schützen (z.B. mit Alufolie umwickeln). Unter blauem Licht (Phototherapie) wird unkonjugiertes Bilirubin teilweise in Photobilirubin umgewandelt, welches vom Test für direktes Bilirubin mit erfasst wird und bei gesunden Kindern zu Ergebnissen über der Norm führen kann. Zusatzinformationen zu Interferenzen: Hämolyse: Keine signifikante Interferenz bis zu einem H‑Index von 25 (ca. 15.5 μmol/L bzw. 25 mg/dL Hämoglobin). Lipämie (Intralipid): Keine signifikante Interferenz bis zu einem L‑Index von 750. Es besteht keine zufriedenstellende Übereinstimmung zwischen dem L‑Index (entspricht der Trübung) und der Triglycerid-Konzentration.

Methode
Azobilirubin-Methode n. Jendrassik-Grof (Photometrie)

Indikation
Zur Diagnostik, Differenzierung und Verlaufskontrolle des Ikterus, insbesondere zur Unterscheidung zwischen prähepatischem und intra- bzw. posthepatischem Ikterus.

Referenzbereich
SexAlter   vonbisEinheit
M/W0 Tagebis29Tage < 10µmol/l
M/W30 Tagebis12Monate < 5µmol/l
M/W>1Jahre < 5µmol/l

Interpretation
Prähepatischer Ikterus: - Ikterus neonatorum - ineffektive Erythropoese - hereditäre Hyperbilirubinämie - Transfusions-Reaktion - hämolytische Anämie - Infektionen (z.B. Malaria) - Verbrennungen / Resorption großer Hämatome Es liegt ein vermehrtes Bilirubinangebot vor (indirektes/unkonjugiertes Bilirubin überwiegt, direktes/konjugiertes Bilirubin < 20%). Quotient Direktes Bilirubin/Gesamt-Bilirubin (Vorausgesetzt Gesamt-Bilirubin < 3 mg/dl): < 0,33: Hinweis auf hämolytischen Ikterus (80% Sensititvität) > 0,33: Hinweis auf Hepatobiliären Ikterus (86% Sensititvität) Hepatischer Ikterus : - infektiöse/toxische Schädigung des Leberparenchyms - akute/chronische Virushepatitis - bakterielle/parasitäre Lebererkrankung - parenchymatöse/cholestatische Leberschäden durch Medikamente - Lebermetastasen - Leberbeteiligung bei anderen Grunderkrankungen - hereditäre Hyperbilirubinämie Hyperbilirubinämie und erhöhte Transaminasen und Cholestase-Parameter, direktes/konjugiertes Bilirubin > 50%. CAVE: Die Hyperbilirubinämie hat eine geringe diagnostische Sensitivität für Lebererkrankungen(Bilirubinwerte liegen oft zwischen 20 - 50µmol/l. Posthepatischer Ikterus: - Gallensteinokklusion - Pankreaskopfkarzinom - Gallengangatresie - PSC (primär sklerosierende Cholangitis) Direktes/konjugiertes Bilirubin und Gesamt-Bilirubin erhöht, ALAT erhöht. Die Erhöhung von Gesamtbilirubin beruht auf dem parallelen Anstieg von direkten Bilirubin Bc + Bδ (Delta-Bilirubin), wobei das direkte Bilirubin Hauptbestandteil ist. Hereditäre Hyperbilirubinämien: - unkonjugierte Hyperbilirubinämie: z.B. Gilbert-Syndrom, Crigler-Najjar-Syndrom Typ I + II - überwiegend konjugierte Hyperbilirubinämie: z.B. Alagille-Syndrom, Dubin-Johnson-Syndrom, benigne rekurrierende intrahepatische Cholestase (BRIC), progrressive familiäre intrahepatische Cholestase (PFIC), Neonatale Hyperbilirubinämie: - unkonjugierter Ikterus durch unreife Konjugation in der Leber sowie verminderte Erythrozyten-Überlebeszeit - Gipfelwerte: Lebenstag 3 bis 5 - Pathologisch: stark erhöhte Werte von indirektem/unkonjugiertem Bilirubin sowie Persistenz über 14 Tage: Risiko einer(unkonjugierten) Bilirubin induzierten neurologischen Dysfunktion (BIND).

Rückführzeit
tagesgleich

akkreditierte Messgröße: Ja


Wichtig
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