Universitätsmedizin Rostock
Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin

Universitätsmedizin Rostock, Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
Praxis für Laboratoriumsmedizin am MVZ der UMR Rostock


ANCA (IFT) (Nachweis von Autoantikörpern gegen neutrophile Granulozyten); p- und c-ANCA (IFT, Ak gegen Granulozyten)

Autoimmundiagnostik/Allergiediagnostik

Probengefäß/Monovette
Serummonovette

Probenmenge
bei Einzelanforderung 4,0 ml (jeweils), bei Mehrfachanforderungen ( > 10 Analyte) 7,5 ml

Spezielle Präanalytik
keine

Methode
IIFT

Indikation
Bei vielen Vaskulitiden, die nicht mit Immunkomplexen assoziert sind, spielen Autoantikörper gegen bestimmte Komponenten von neutrophilen Granulocyten (ANCA) eine zentrale Rolle. Die Vaskulititden werden entsprechend dem anatomischen Gefäßbefall (große, mittelgroße und kleine) eingeteilt. Eine Vaskulitits kann zur Beeinträchtigung der durch diese Gefäße versorgten Organe führen. Hier steht die Niere im Mittelpunkt und es finden sich häufig Zeichen der Glomerulonephritis. Die Ursache der primären Vaskulititden ist unklar. Eine granuläre Fluoreszenz des Cytoplasmas (cANCA; Zielantigen Proteinase 3) ist für die Wegnersche Granulomatose (Granulomatöse Polyangiitis) spezifisch. Ein perinukleäres Muster (pANCA; Zielantigen ist Myeloperoxidase) wird bei einer Vielzahl von Vaskulitiden (mikroskopische Polyarteriitis, klassische Panarteriitis nodosa, Churg-Strauss-Syndrom,..) beobachtet, aber auch bei einer Reihe von nicht vaskulitischen Erkrankungen (Kollagenosen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Autoimmunhepatitis).

Referenzbereich
Siehe Angaben auf dem Befundausdruck.

Interpretation
ANCA sind Antikörper die gegen vorwiegend in den Granula von neutrophilen Granulozyten lokalisierte Enzyme gerichtet sind. Entsprechend den Fluoreszenzmustern werden zytoplasmatische c-ANCA (Zielantigen PR3) von perinukleären p-ANCA (Zielantigen MPO) unterschieden. Der c-ANCA-Nachweis führt zur vermehrten Identifizierung von Patienten mit Wegenerscher Granulomatose (Granulomatöse Polyangiitis). Im aktiven Stadium beträgt die Prävalenz der c-ANCA über 90%. Der Titer korreliert mit der klinischen Aktivität der Erkrankung. In Einzelfällen wird mittels der c-ANCA-Bestimmung zwischen einem Wegenerschen Rezidiv und einem septikämischen Syndrom unterschieden. Der Nachweis von p-ANCA kann auch auf lebensbedrohliche Erkrankungen hinweisen, die gut auf eine immunsuppressive Therapie ansprechen (Rapid-progressive Glomerulonephritis, Mikroskopische Polyangiitis und andere Vaskulitisformen). Bei positiven und fraglichen Immunfluoreszenzreaktionen werden zur Absicherung der Ergebnisse im ELISA das ANCA-Profil nachgezogen (MPO,PR3, Laktoferrin, Elastase, Cathepsin G, BPI).

Rückführzeit
wöchentlich bzw. nach Absprache

akkreditierte Messgröße: Ja


Wichtig
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